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Weitere Funktionsbereiche

Im Klinikum Leer erfüllen zahlreiche weitere Funktionsbereiche Aufgaben für die einzelnen Stationen oder Fachabteilungen. Dabei reicht das Spektrum von der Analyse und Befundung zum Beispiel von Blutwerten durch das Labor über die radiologische, kardiologische oder endoskopische Diagnostik bis hin zur Aufbereitung und Sterilisierung der Instrumente in der Zentralsterilisation.

Endoskopie

Endoskopie des Verdauungstraktes

  •  Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) 
  •  Dickdarmspiegelung (Koloskopie) 
  •  Enddarmspiegelung (Prokto-Rektroskopie) 
  •  Spiegelung der Gallen- und Pankreasgänge (ERCP)

Bei all diesen Untersuchungen werden neben Probeentnahmen auch, falls nötig, spezielle endoskopische Eingriffe durchgeführt. Das therapeutische Spektrum reicht von Aufdehnungen der Speiseröhre bei Verengungen (Bougierung), der Verödung von Speiseröhren- und Magenkrampfadern (z.b Ösophagusvarizenligatur), endoskopische Entfernungen von Polypen und Krebsvorstufen im Magen und Dickdarm (Polypektomie, Mucosektomie) bis hin zur Entfernung von Gallensteinen oder Einlage überbrückender Kunststoffprothesen (Stents) in Speiseröhre oder Gallengang. Ernährungssonden jeglicher Art (z.B. PEG) werden angelegt. Im Notfall können Blutungen mit verschiedensten (Unterspritzung, Fibrinklebung, Clip) gestillt oder verschluckte Frendkörper entfernt werden. Alle endoskopischen Untersuchungen werden in Absprache mit dem Patienten entweder in leichter Sedierung oder in Schlafnarkose ("der Patient bekommt nichts mit") angeboten.

Video-Kapselendoskopie

Erstmals faszinierte 1966 der Film „Die phantastische Reise“ nach einer Romanvorlage von Isaac Asimov ein Millionen-Publikum. Auch das Remake „Die Reise ins Ich“ von 1987 begeisterte die Menschen mit der Vorstellung mittels eines verkleinerten U-Boots durch den menschlichen Körper zu reisen. 

Rund 40 Jahre nach Erscheinung des Romans ist aus der Fiktion Wirklichkeit geworden. Mittels der so genannten Kapsel-Endoskopie, die seit 2007 im Klinikum Leer möglich ist. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Facharzt für Gastroenterologie, Dr. med. Bruce-Michael Dürfeld, geht mit dem High-Tech-Verfahren neue Wege in der bildgebenden Diagnostik. Ungeklärte Bauchschmerzen und andere Symptome können durch organische Ursachen im Dünndarm bedingt sein. Oft lassen sich die Gründe der Beschwerden wie wiederkehrende Bauchschmerzen, ständige Durchfälle, Gewichtsverlust oder auch Blutarmut nicht mit den gängigen Methoden ermitteln und bleiben daher über längere Zeiten bestehen und ungeklärt. Zwar kann der Arzt mit einem herkömmlichen Endoskop von einer Seite her einen Blick in den Magen und den Zwölffingerdarm und von der anderen Seite her in den Dickdarm werfen. Beim längsten Darmabschnitt, dem Dünndarm, ist jedoch aus anatomischen Gründen diese direkte Betrachtung nur zu einem kleinen Anteil mit dem üblichen Schlauch-Endoskop möglich. Hier kommt die Kapsel-Endoskopie zum Einsatz. Sie ermöglicht erstmals die endoskopische Betrachtung des gesamten Dünndarms und spürt bislang unentdeckte organische Erkrankungen auf. Eine frei schwimmende Kapsel in der Größe einer Vitaminpille wird vom Patienten geschluckt. Ausgestattet mit Beleuchtung und einer Sendeelektronik nimmt die Kapsel während ihrer sechs- bis achtstündigen Reise durch den Verdauungstrakt pro Sekunde ca. 2 Bilder aus dem Darminneren auf und sendet diese per Funk an eine am Körper mitgeführte Empfangs- und Sendeeinheit. Während die Patienten ihrem gewohnten Tagesablauf nachgehen und leichte Nahrung zu sich nehmen können, macht die Kamera bis zu 60.000 dreidimensionale farbige Aufnahmen. Schließlich wird die Kapsel auf natürlichem Wege ausgeschieden und nicht wieder verwendet. Im Krankenhaus werden die aufgenommenen Bilder auf einem leistungsstarken Computer übertragen und für die Auswertung sichtbar gemacht. Eine spezielle Software ermöglicht die Suche nach Blutungsquellen und/oder entzündlichen Schleimhautschäden. Innerhalb von zwei Stunden kann der behandelnde Arzt nun die Diagnose stellen und die geeignete Behandlung einleiten. Die Kapselendoskopie ist nicht nur besonders effektiv, sondern auch sehr patientenschonend. Sie wird sogar schon für den Einsatz bei Kindern ab 9 Jahren empfohlen. Große Vorteile dieser modernen Medizintechnologie bestehen zum einen in der guten Patientenakzeptanz der Untersuchung sowie der Lieferung aussagekräftiger Bilder einer Region, die früher nicht direkt betrachtet werden konnte. In den USA ist die Kapsel-Endoskopie als erste Methode für die Dünndarm-Diagnostik zugelassen; in Europa ist sie seit 2001 CE-zertifiziert. In Deutschland existieren rund 200 gastroenterologische Fachzentren, die die „Kamera-Pille“ bereits einsetzen. Kürzlich wurde die Liste der Indikationen erweitert: Die Kapsel-Endoskopie wird nach Gastroskopie und Koloskopie bei unklaren Blutungen und bei konkretem Verdacht auf Morbus Crohn eingesetzt. Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) setzt sich verstärkt für die Kostenübernahme dieser Untersuchungsmethode ein. Private Krankenkassen übernehmen bereits heute die Kosten für die Kapsel-Endoskopie. Gesetzlich Versicherten wird empfohlen, eine Kostenübernahme im Vorfeld mit der Krankenkasse zu klären.

Zentralsterilisation

Während die Versorgung der Krankenstationen mit Speisen, Wäsche und Medikamenten schon im letzten Jahrhundert zentralisiert für den Krankenhausbetrieb erfolgte, wurde das anfallende Sterilgut noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts überwiegend dezentral, z.B. in den Ambulanzen oder auf einzelnen Stationen, sterilisiert. Die Zentralisierung der Sterilisation erfolgte schrittweise. Die aktuelle Entwicklung ist die Einrichtung zentraler Sterilisations- und Versorgungsabteilungen, die selbständig die Aufbereitung von Sterilisiergut und die Versorgung mit Sterilgut für das gesamte Krankenhaus übernehmen. 

Im Jahre 1998, als das Medizin-Produkt-Gesetz in Kraft trat, wurde von der Krankenhausleitung der komplette Umbau des Steris nach modernsten Richtlinien beschlossen. Die Gesamtinvestitionskosten wurden auf 700.000 DM errechnet und der Zeitablaufplan sah eine Bauzeit von zwölf Wochen vor. Planung, Ausschreibungen, Vergabe der Gewerke und die Beaufsichtigung der Durchführung wurde von der Technischen Abteilung erbracht. Im Dezember 1998 begann dann der Auszug aus dem alten Steri und die Einrichtung einer Übergangslösung mittels eines mobilen Steri – Containers und weiteren dezentralen Räumlichkeiten in denen gereinigt, aufbereitet und gepackt wurde. Unter diesen erschwerten Bedingungen lief der Betrieb ohne Qualitätseinbuße weiter, was nur durch das enorme Engagement der MitarbeiterInnen erreicht werden konnte. Am 18.01.1999 wurde mit dem Abriß der alten Steri - Einrichtung begonnen. Eine Staubwand trennte die Baustelle von den OP – Sälen in denen unvermindert weiter operiert wurde. Die Lärmbelästigung stellte sich zunächst als starke Belastung dar, die allerdings mit fortschreitender Bauzeit immer geringer wurde. 

Eingebaut wurden in den neu konzipierten Bereich zwei Dampfsterilisationsautomaten und zwei Reinigungs- und Desinfektionsautomaten auf ca. 150 Quadratmetern. Diese teilt sich auf in den Naßbereich, den Packbereich / Sterilisation und das Sterilgutlager wobei es innerhalb des gesamten Bereiches keine Kreuzungswege gibt. Vier MitarbeiterInnen arbeiten in der Abteilung, in der jetzt eine kreuzungsfreie Ver- und Entsorgung der OP’s und der Peripherie sichergestellt ist. Sie sind verantwortlich für die Einhaltung der vorgeschriebenen Qualitätsstandards, die Qualitätssicherung, die umfassende Dokumentation und den wirtschaftlichen Einsatzes des Sterilgutes. Nach einer Bauzeit von nur zehn Wochen hat die Zentrale Sterilisations- und Versorgungsabteilung am 29. März 1999 offiziell den Betrieb aufgenommen. Sie gehört zu den zur Zeit modernsten Anlagen in Norddeutschland. 

Seit Frühjahr 2011 arbeiten die Mitarbeiter der Zentralsterilisation in einem komplett neu gebauten Geschoss für diesen Bereich. Somit genügt die neue Zentralsterilisation im Klinikum Leer den höchsten Hygiene- und Arbeitsanforderungen und bildet die Basis für stetig einwandfreies Arbeitsmaterial, bei diagnostischen, operativen und allen anderen Eingriffen und Behandlungen.

Labor

Das Zentrallabor bietet für die jährlich 30.000 ambulanten und stationären Patienten der Klinikum Leer gGmbH labordiagnotische Verfahren. Für die ärztliche Diagnose sowie die Behandlungs- und Therapieüberwachung der Patienten liefert die Labordiagnostik einen unerlässlichen, oftmals entscheidenen Beitrag. Das neue Zentrallabor wurde auf einer Fläche von 370 Quadratmetern errichtet. Das neunköpfige Team unter der Leitung von Frau Edith Olthoff führt jedes Jahr rund um die Uhr mehr als 350.000 Analysen durch. Für die vielfältigen Methoden stehen den medizinisch-technischen Mitarbeitern modernste Geräte zur Verfügung, die die geforderten Analysemthoden präzise und schnell abarbeiten können. So können am Tag ca. 95% der geforderten Untersuchungen abschließend bearbeitet werden. In der Routineversorgung werden insgesamt im Zentrallabor täglich zwischen 250 bis 300 Proben bearbeitet. Davon in der Gerinnung ca. 60 Proben, in der klinischen Chemie und in der Hämatologie ca. 120 Proben. Zusätzlich werden zahlreiche Spezialuntersuchungen in Serum, Liquor, Vollblut, und Urin durchgeführt. 

Das Notfalllabor steht rund im die Uhr mit einem breiten Analysespektrum zur Verfügung. Schwerpunkt der Labordiagnostik im Notfall ist die besonders zeitnahe Analyse und Befundübermittlung dringlicher Untersuchungen.  Im Blutdepot stehen jederzeit ausreichend Blutkonserven aller Blutgruppen zur Verfügung. 

Röntgendiagnostik

Die Röntgendiagnostik im Klinikum Leer ist bestens ausgestattet. Neben den gewohnten radiologischen Diagnoseinstrumenten wie dem Röntgen, dem CT und MRT wird die Abteilung laufend auf dem neuesten medizinischen Stand gehalten. So können die Patienten zum Beispiel auf die modernste apparative Ausstattung im Bereich der Computertomographie im Landkreis Leer zurückgreifen. Außerdem wurde Anfang 2009 ein neuer Kernspintomograph im Klinikum Leer eingebaut:

Die „Röhre“ verfügt über eine Reihe von Funktionen, die die Diagnose bei zahlreichen Erkrankungen weiter erleichtert. So sind zum Beispiel bei neurologisch, kardiologisch oder orthopädisch veranlassten Untersuchungen genauere Abbildungen möglich. Während der Untersuchung umgibt ein Magnetfeld den Patienten, das die Atomkerne im Körper ausrichtet, wobei diese Ausrichtung mit Hilfe von Radiowellen wiederum verändert wird. Das Gerät zeichnet dann die physikalische Reaktion der Atome auf und ein Computer wandelt die Signale um, um sie zu zwei- oder dreidimensionalen Bildern zusammen zu fügen. Das Gerät liefert somit eine genaue Innenansicht des Körpers.  Die Magnetresonanz-Tomographie ist für den Patienten ein schonendes Bildgebungsverfahren und benötigt keine Röntgenstrahlen. Nach heutigem Kenntnisstand sind keine gesundheitlichen Risiken mit dem Verfahren verbunden, sofern bestimmte Sicherheitsregeln eingehalten werden. Z. B. sollten Patienten mit Herzschrittmachern in aller Regel nicht in einem MRT untersucht werden, da die Schrittmacher-Drähte im menschlichen Körper wie Antennen wirken. Durch die im MRT schnell wechselnden Radiowellen könnten sich Schrittmacherdrähte möglicher Weise erhitzen und dann nicht mehr richtig funktionieren. 

Im Vergleich zu Röntgenuntersuchungen, welche die Röntgendichte von verschiedenen Körpergeweben untersuchen, kann das MRT mehrere physikalische und biochemische Eigenschaften auswerten, so dass sich das MRT besonders für Aufnahmen von Weichteilen eignet, wie beispielsweise Gehirn, Rückenmark und innere Organe. Während Röntgenuntersuchungen besonders gut die Kalkstrukturen in Knochen abbilden, liefert das MRT auch innerhalb von Knochen und Gelenken zusätzliche Information von den übrigen Knochenanteilen, z. B. des Knochenmarkes. 

Ergänzend zum Magnet Resonanz-Tomographen wurde auch ein neuer  Computertomograph (CT) angeschafft. Das bisherige CT war rund 8 Jahre im Einsatz. Jährlich werden mit diesem Verfahren, das Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugt, im Klinikum rund 2500 Untersuchungen durchgeführt. Das neue Gerät ist ein 16-Zeiler. Für die Patienten bietet der neue Computertomograph neben der kürzeren Untersuchungsdauer weitere Vorteile. Durch die erweiterten Bildungsbearbeitungsmöglichkeiten können so 3-dimensionale Aufnahmen erstellt werden. Mit einem Computertomographen werden Patienten untersucht, bei denen normale Röntgenaufnahmen für eine optimale Befundung nicht mehr ausreichen. Dazu gehören zum Beispiel Aufnahmen der Wirbelsäule oder komplizierte Knochenbrüche. Solche Untersuchungen erfordern trotz der enormen Möglichkeiten eines MRT auch weiterhin einen CT. Ein CT ist auch unverzichtbar zur schnellen Erkennung von Blutungen, z. B. bei Schlaganfällen. Der CT erstellt in kürzester Zeit viele Röntgenbilder einer Körperregion aus den unterschiedlichsten Richtungen und konstruiert aus diesen Abbildungen die Volumeninformationen. Karina Ochs, Leiterin der radiologischen Abteilung im Klinikum Leer, ist mit dem neuen 16-Zeiler sehr zufrieden und erläutert die Vorteile: “Früher mussten die Patienten für eine Aufnahme des Bauches etwa drei Minuten stillliegen, jetzt dauert es nur noch etwa 30 Sekunden.“ Die höhere Leistung des CT bedeutet aber nicht automatisch eine höhere Strahlenbelastung: “Durch eine intelligente Dosisanpassung kann die Bestrahlungsintensität sogar noch verringert werden“, so Frau Ochs.  Der neue CT ist derzeit das modernste Gerät im Landkreis Leer. Beide Geräte stehen frei im Raum und sind damit – wie auch der zu untersuchende Patient – von allen Seiten erreichbar. Durch die Anschaffung des Magnet-Resonanz-Tomographen und des neuen Computertomographen erweitert das Klinikum Leer, neben der bestehenden konventionellen Radiologie, die diagnostischen Möglichkeiten und bietet dem Patienten somit kürzere Wartezeiten und Wege  innerhalb des Klinikums Leer.